Gefäßzentrum Kreis Ahrweiler Dr. Bauer

Wiederaufbau nach Flutschaden

Auszug aus der Schadensfeststellung nach Überflutung
Das Gefäßzentrum Kreis Ahrweiler besteht hauptsächlich aus dem Hauptgebäude Lindenstraße 7, es beherbergt teilweise noch in der Lindenstraße 6 vereinzelte Flächen. Die Gebäudestruktur entwickelt sich entlang dem Ahr-Ufer mit unterschiedlicher Höhe und Kubatur.
Durch die Naturkatastrophe im Ahrtal und die entstandene Flutwelle wurde die Gebäudesubstanz des Gefäßzentrums erheblich zerstört. In Teilbereichen sind die Wassermassen bis zu 1,30 Meter im Erdgeschoss eingedrungen, alle tiefer liegenden Bereiche waren voll überflutet. Auf Grund der sehr schnell steigenden Wasserspiegel und die enorme Krafteinwirkung der auftreffenden Wassermassen ist die Gebäudesubstanz und die haustechnischen Anlagen stark in Mitleidenschaft gezogen beziehungsweise komplett zerstört worden.

Beschädigten Funktionen des Gefäßzentrums:
Kellergeschoss:
– Technikräume (Heizung, Elektro, Warmwasseraufbereitung, Klimatechnik
– Lager für Ambulanz und OP
– Sterilisationseinheit
– Umkleideräume
Erdgeschoss:
– Klimatechnik für die OP- und Sterilisationseinheit
– Untersuchungs- und Funktionsräume mit entsprechenden Ultraschallgeräten sowie angiologischen Geräten
– Labor
– Aufenthalts und Warteräume
– Arzt – Zimmer
– Septischer OP und ambulanter Eingriffs-OP
– Patienten Aufnahme und EDV

Sofortmaßnahme
Als Interimsmaßnahme erfolgte zunächst die ambulante Versorgung der Patienten in der Praxis in Adenau sowie eine stationäre Versorgung in der Krankenhaus Neuwied. Zeitgleich erfolgte die Kontaktaufnahme mit der Marienhaus GmbH welche ihre Hilfe angeboten hat. Hier konnte, dass Gefäßzentrum ab Mitte September eine Station mit 16 Betten anmieten sowie OP Kapazitäten.
Nach dem Ablaufen und Abpumpen der Wassermengen mussten zunächst der eingetragene Schlamm und Unratmassen entfernt werden. Die Maßnahmen wurden zum Teil in Eigenregie und zum großen Teil durch die erfreulich hohe Anzahl von freiwilligen Helfern geleistet.
Nach dem Freiräumen der Flächen wurde die Entkernung der Gebäude bis November 2021 durchgeführt. Die Entkernung ist bis auf die Rohbausubstanz erfolgt, um die kontaminierten und beschädigten Baustoffe zu entfernen und den verbleibenden tragenden Bauelementen (Decke, Boden, Wandflächen) eine Abtrocknung zu ermöglichen. Einhergehend mit dem Rückbau der bautechnischen Elemente ist der Rückbau der haustechnischen Anlagen durchgeführt worden.

Maßnahmen im Zuge des Wiederaufbaus
Der Wiederaufbau der Gebäudestruktur soll die ursprünglichen Funktionen des Gebäudes wiederherstellen und die Nutzung der Flächen, welche nicht von der Flut betroffen waren, wieder ermöglichen. Hierzu sind zum Teil Interimsmaßnamen notwendig. Damit eine Vorabinbetriebnahme der oberen Geschosse erfolgen kann, wird bis zur vertikalen Erschließung ein „Tunnel“ mit entsprechendem Brandschutz und Beleuchtung hergestellt.
Die Maßnahmen zum Wiederaufbau bilden keine grundsätzlich anderen Funktionen in dem Gebäude ab. Die Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn jedoch einer Analyse unterzogen, um die wiederherzustellenden Funktionsbereiche entsprechend heute geltenden technischen Vorschriften und klinikbedingten Anforderungen anzupassen.

Bauherr: Gefäßzentrum Kreis Ahrweiler Dr. Bauer
Leistungsphasen: 1-9
Schadensaufnahme : Sept. – Nov. 2021
Antragsprüfung, Planung, Ausschreibung: Dez. 2021 – Juli 2022
Bauzeit: Aug. 2022 – Frühjahr 2023

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